Nachdem ich ein passables Angebot für die Fahrt ausgehandelt hatte, durfte ich mein Gepäck in einen geräumigen Jeep laden und erst mal entspannt auf dem Beifahrersitz Platz nehmen. Zunächst ging es aber mal zum "tanken". Die Tanknadel stand bei den wenigen Autos auf Tioman eigentlich immer auf Null. und ich vermutete, dass immer nur gerade genug für den bevorstehenden Trip getankt wurde. In meinem Fall entsprach das 6x 1,5 Liter Plastikflaschen Treibstoff, die nacheinander in den Tank gefüllt wurden. Anschließend wurde dieser mit einem Lumpen notdürftig abgedichtet.
Danach gings los. An der Uferstraße entlang, bis es kurz darauf links ab steil den Berg hinauf ging. Schon war die Straße zu Ende, und vor uns nur noch Steine und Geröll, die von grünem Dickicht umgeben waren. Man wurde übelst durchgeschüttelt, und selbst auf einigermaßen gerader Strecke machte der Jeep immer Sätze nach vorne. Ich vermutete, dass man mir den ältesten Gaul auf der Insel zugeteilt hatte, bei dem der Allradantrieb langsam den Geist aufgab.
Nach der dritten Schlammzone wollte ich nicht mehr und fragte ihn, ob er mich absetzen könnte, sobald die Straße wieder trocken ist. Er war einverstanden, fuhr noch ein Stück, und meinte, dass ich von hier aus zu Fuß noch etwa 20 Minuten nach Juara brauchen wurde. Ich bedankte mich und stieg aus. Als ich festen Boden unter den Füßen hatte, kam es mir immer noch so vor, als würde der ganze Körper hin- und herwackeln. "Big adventure!" sagte er grinsend, als ich neben dem verdreckten Auto stand.
Wenige Zeit später war ich wieder allein mit dem Dschungel, mit seinen unzähligen Geräuschen und beeidruckenden Vegetation. Von jetzt an ging es nur noch begrab, aber auch das war mühselig. Aber wieder einmal entschädigte die Sicht. An manchen Wegbiegungen konnte ich das
Ich war trotzdem heil froh, als ich die ersten Hütten von Juara zu Gesicht bekam. Mittlerweile waren nämlich keine 20 Minuten, sondern beinahe 2 Stunden vergangen, obwohl ich ein gutes Tempo vorgelegt hatte. Als ich die Uferstraße erreicht hatte, fragte ich gleich nach "Bushmans Cafe", einer Unterkunft, die mir empfohlen wurde. Ich fand "Bushman", den netten Vermieter einiger Strandhütten, in seinem kleinen Cafe am Ende der Siedlung. Er habe leider keine passende Hütte mehr frei, meinte er, aber er könne mal bei seinem Onkel nebenan fragen. Auf Tioman sind alle miteinander verwandt :-) Und tatsächlich hatte der dicke Onkel noch eine schöne Hütte direkt am Strand frei, und als ich mein Zeug abgeladen hatte, bemerkte ich erst, dass ich in einem kleinen Paradis gelandet war.