Donnerstag, 31. Mai 2007

Mit Thai-Piloten um die Inseln

Jetzt aber endlich zu den Piloten!
Als ich eines Nachmittags über den malerischen Nachbarstrand von Rayleh geschlendert bin, traf ich Pik, ein Mädchen, das als Apothekerin in einer Airbase im Norden Thailands arbeitet. Sie erzählte mir, dass sie gerade mit einer Gruppe Piloten von ihrem Stückpunkt auf einem 3Tagestrip im Süden Thailands ist. Sie bot mir an, am nächsten Tag mit auf eine Bootstour nach Ko Phi Phi und etliche andere Inseln zu kommen. Ihre Gruppe hätte ein Boot gemietet. Da ich sowieso mal Phi Phi sehen wollte, aber nicht unbedingt dort übernachten wollte, sagte ich sofort zu.
Selbstverständlich wurde ich am abend vor der Tour dann auch noch ins Resort eingeladen, wo sich die Piloten mit ihren Frauen bzw. Freundinnen einquartiert hatten (Letztere sollen alle mindestens 25 sein, was ich nie gedacht hätte). Es war eine Gruppe von etwa 20 Leuten, die am Strand um einen großen Tisch herum thailändische Trinkspielchen veranstalteten, die den europäischen ziemlich ähnlich sind. Ich wurde sofort herzlich in den lustigen Kreis aufgenommen, und kein einziger von ihnen verzog das Gesicht bei dem Gedanken, dass ich als einziger Außenstehender mit dabei war und sie am nächsten Tag auf der Tagestour begleiten würde. Stattdessen mühten sie sich ab, die Spiele für mich auf Englisch weiterzuspielen, obwohl einige von ihnen sichtbar größte Schwierigkeiten damit hatten. Das war dann aber auch für die Stimmung ziemlich förderlich (festgehalten auf dem Foto nebenan) Nach ein paar Stunden und einigen Gläsern undefinierbarer, thailändischer Schnäpse verabschiedete ich mich herzlich bis zum nächsten morgen. Sie wünschten mir eine gute Nacht und luden mich natürlich auch noch zum Frühstück am nächsten morgen ins Resort ein.

Nach jenem ausgiebigen, leckeren Frühstück stiegen wir dann in Rayleh West in das windschnittige Speedboat, auf dem der Skipper und sein Sohn schon auf uns warteten. Die beiden hätten eine Parodie auf die Hobbits aus Herr der Ringe sein können. Bei ihren dicken Füßen und runden Körpern musste ich immer wieder schmunzeln, ohne eine Idee, was das für ein Volksstamm hätte sein können.
Nachdem alle an Bord gekommen waren und in Bug und Heck Platz genommen hatten ging es los. Die Leistung von zwei 220PS Yamaha V6 Motoren peitschten das Boot im nächsten Augenblick über das Wasser und lösten bei den Passagieren teils freudige, teils panische Schreie aus (Ich meine die Jungs müssen ja einiges gewohnt sein wenn sie sonst mit einer F16 durch die Luft heizen). Bei jeder Welle hob das Boot ab und knallte dann mit ziemlicher Wucht zurück auf die Wasseroberfläche, als ob man auf Beton aufkommen würde. Im offenen Bug hatte man größte Not sich am Boden zu halten und blaue Flecken zu vermeiden. Anfangs machte ich mir wegen der Erschütterungen einige Sorgen um die Stabilität des Bootes, aber der coole bis gelangweilte Gesichtsausdruck des Hobbits trugen dann schon einigermßen zu meiner Beruhigung bei. Immer wenn wir ein Etappenziel erreichten, rieß der Hobbit das Ruder komplett in eine Richtung, so dass das Boot unter dem Geschrei der Insaßen mit maximaler Schräglage, einer großen Welle und einem rasanten Bogen zum Stehen kam.

Unser erster Stop war an einer Felsformation im türkisfarbenen Wasser, wo wir schnorcheln konnten. Bewaffnet mit Teig konnten wir zuschauen, wie die verschiedenen, bunten Fische uns die Narung buchstäblich aus den Händen aßen. Dennoch war es fast unmöglich einen Fisch direkt zu berühren, denn die Schwimmmeister waren einfach zu flink. Es war schon beeindruckend, wenn einem ein Schwarm prächtiger Fische entgegenkommt und dann elegant um einen rummanövriert. Als wir ein zweites Mal auf hoher See schnorchelten waren die Artenvielfalt noch beindruckender. Ich kam teilweise aus dem Staunen nicht mehr raus und machte unter Wasser entzückte Gluckergeräusche. Ich kenne mich ja in der maritimen Welt nicht aus, aber da waren schon ein paar große Exemplare an Fischen dabei, und auch ein paar Nemo-ähnliche :-)

Weiter führte uns die Tour (bei glücklicherweise prächtigem Wetter) vorbei an schönen Felsformationen in eine Art Sackgasse im Meer, die auch "Der Raum" genannt wird. Eine kleine Passage zwischen zwei Felsen führt bei niedrigem Untergrund in eine schöne Felsbucht, die sozusagen nur einen Zugang hat. Bilder davon unterhalb.


Der nächste Stopp war dann die Touristenattraktion schlechthin. Der Strand, an dem sich Schmalzdarsteller Leonardo diCaprio einst an "The Beach" wälzte. Dieser ist in der Tat wunderschön, hat sich in der Zwischenzeit aber in eine absurde Szenerie aus Fressständen, unzähligen knipsenden Touristengruppen aus der ganzen Welt und heulenden Schnellbooten verwandelt. Schade um den schönen Ort.



Danach ging es noch über einige unbewohnte, keine Inseln mit weißen Stränden, die tatsächlich von einer Postkarte stammen könnten. Auf einer von ihnen gabs dann auch Mittagessen vom Boot und eine Traumkulisse. An einem dieser Strände hatte ich dann auch meinen Rucksack für einen kleinen Badegang abgelegt. Als ich nach zehn Minuten aus dem Wasser rauskam, war der Rucksack dann unter Wasser und alle Elektronik darin außer Gefecht. Keine Ahnung wie das passieren konnte. (Mittlerweile sind aber 10 Tage vergangen und ich habe wieder eine Kamera und funktionierendes Handy)


Zu guter Letzt waren wir noch auf Ko Phi Phi, auch nicht schlecht, mittlerweile aber einfach over-developed.
Nach diesem anstrengenden Programm kamen wir dann alle ziemlich erschöpft mit einer letzten lauten Achterfahrtdarbietung der Hobbits zurück in die Bucht von Rayleh geheizt. Ich verabschiedete mich von meinen Freunden auf dem Boot, die am nächsten morgen dann schon wieder zurückfliegen mussten. Für den Fall der Fälle, dass ich mal Lust kriege, eine F16 auszuprobieren, habe ich mir ein paar Kontaktdaten aufgeschrieben :-)

Soviel für heute, bin auch schon wieder total müde vom Tippen. Alles Gute an euch und bis zum nächsten Mal!

Ein Nachtrag zu Krabi und Rayleh Beach

Liebe Leser, es ist wieder viel Zeit vergangen siet dem letzten Post, aber es ist auch viel passiert in den letzten zwei Wochen. Jetzt gibt es wieder eine Menge Output!

Da ich mittlerweile die letzten Bilder von den Speicherkarten meiner alten Kamera gekratzt habe, gibts zunächst einen kleinen Nachtrag. In Krabi-Stadt war ich am letzten Abend in der sehr relaxten "Hard Rock Bar". Hard Rock wurde dort allerdings nicht gespielt. Dafür gab es ein extrem gut gelauntes Personal, das einen den ganzen abend unterhielt und einen Jonglier-Contest veranstaltete. Wieder einmal konnte man die große Kontaktfreudigkeit und unkomplizierte, nette Art der Thailänder genießen. Dazu hier die Bilder (Könnt ihr auf dem ersten Bild das Plakat rechts entziffern? Die Hauptaussage ist, dass "Gras in vernünftigem Ausmaß" konsumiert werden darf. Entsprechend war auch die Stimmung...)




Aber nun zurück nach Rayleh, dem Strandszene nördlich von Krabi. Die Strände seht ihr auf den folgenden Inseln. Ost- und Weststrand sind nur durch eine schmale Landenge miteinander verbunden, auf der sich Bungalows, Edelresorts und und eine schöne Grünflächen abwechseln.
Für die besonders anspruchsvollen Gäste, die keine nassen Füße bekommen wollen, fährt ein Traktor mit Wagen ins Meer, weil die Longtail-Boote nicht ganz bis an Land kommen.


In meiner Unterkunft hielten sich die meisten Backpacker auf. Abends um 8 Uhr gab es immer einen (US)Spielfilm, und danach konnte man sich auf der Barmeile am Strand unterhalten, wo allerdings verdammt wenig los war. Umso leichter kam man mit Einheimischen ins Gespräch.
Eines fällt mir schon die ganze Zeit in Thailand auf. Ich habe sonst noch nirgendwo auf der Welt eine noch so ausgeprägte, lebendige Raggae- und Kifferkultur gesehen wie hier. Praktisch in jeder Strandbar hängt ein übergroßes Bob Marley Portrait, liegen langhaarige, gemütliche Menschen in Hängematten, und versuchen mit einem nostalgischen Gesichtsausdruck die Uhr noch einmal zurückzustellen. Nicht unsympatisch, diese Szene :-) Als repräsentativ für diese Stimmung kann das nebenstehende Bild gelten, aufgenommen in Rayleh.

Freitag, 18. Mai 2007

Oh you Ladyboy - Erste Schritte in Thailand

Hallo liebe Leser! Nach längerer Pause melde ich mich wieder zurück. Mittlerweile habe ich eine ereignisreiche Woche Thailand hinter mir. So ereignisreich, dass meine Kamera leider vom Salzwasser außer Gefecht gesetzt wurde. Deswegen gibts demnächst erst mal weniger Bilder, solang bis ich Ersatz gefunden habe. Auch das Handy hats erwischt, also bin ich momentan nicht ereichbar. Wies dazu kam? Na dann mal von vorne...

Nachdem mich die Fähre an der thailändischen Küste abgesetzt hatte, ging es auf der Ladefläche eines Pickups zur Busstation der Grenzstadt Satun. Dabei begleitete mich eine kleine, durchgebräunte Holländerin, die ihren Rucksack schon 3 Monate durch Australien und Neuseeland geschleppt hatte.
Den ersten Zwischenstopp wollte ich in Trang machen, das von meinen beiden Reiseführern als besonders schön gelobt wurde. Als wir aber auf dem trostlosen Busbahnhof ankamen, regnete es wie aus Eimern, so stark, dass man unter dem Dach des Gebäudes sein eigenes Wort nicht verstehen konnte. Ohne Taxi in Sicht, ohne bei der Anfahrt irgendetwas Sehenswertes erblickt zu haben, ohne nennenswerte Hilfsbereitschaft der Angestellten der Busfirmen und aus Mangel an gutem Wetter entschloss ich mich, gerade wieder in den nächsten Bus nach Krabi zu steigen.
In Krabi erwartete mich zwar ähnliches Wetter, allerdings hatte ich so Zeit, einige Kleinigkeiten in der Stadt zu besorgen und mich mit der Holländerin in den zahlreichen Touristenrestaurants zu überfressen.
In jeder thailändischen Stadt sieht man das absurde Phänomen "Lady Boys". Dünne, tuntige Kerle, die aus welchen Gründen auch immer einfach alles tun, um wie Frauen auszusehen und schon so manchem Europäer auf dem Hotelzimmer ein böses Erwachen beschert haben. Einfach zum schießen!
Krabi Town selbst ist eine uninteressante Ansammlung von überteuerten Läden. Weswegen alle hier herkommen, sind die Strände. Und das war dann auch am nächsten Tag mein Ziel. Mit dem Rayleh Beach hatte ich dann auch einen Volltreffer gelandet. Im Nachhinein betrachtet war es der schönste Strand im Krabi District. Der einzige Weg nach Rayleh ist mit dem Longtail Boat (das sind die langen Holzkähne die immer auf den Postkarten mit den Traumstränden drauf sind) über das Meer. Und diese Teile machen auch ziemlich Spaß. Hinten im Heck steht ein Fahrer an einem frei liegenden, ohrenbetäubenden Motor und tunkt eine lange Stange mit Propeller unter Wasser, die das kleine Boot auf beachtliche Geschwindigkeit beschleunigt.

In Rayleh angekommen stoppte das Boot im knietiefen Wasser und wir wurden gebeten mit unserem Gepäck an Land zu waten. Rayleh Beach Ost besteht aus einem Mangrovensumpf, wo die günstigeren Unterkünfte stehen. Hier bezog ich einen Bungakow und machte mich dann, nicht zum letzten Mal, auf zum sehenswerten Strand von Rayleh West, der nur fünf Minuten Fußmarsch entfernt liegt.

Wie ich denn nun tatsächlich meine Kamera zerstört habe? Das erfahrt ihr dann beim nächsten Mal :-) Denn die Moskitos fallen gerade über mich her.
Nur so viel: Es war auf einer Speedboat-Tour mit einer Gruppe Kampfpiloten aus der thailändischen Luftwaffe zum Strand, wo "The Beach" gedreht wurde.
Wehe, ihr glaubt mir nicht!

Mittwoch, 9. Mai 2007

Ausspannen auf Langkawi

Auf unserem Weg an der Ostküste entlang kamen wir durch Ipoh, einen relativ unbekannten Ort mit jedoch sehr schönen Kolonialgebäuden und anschließend nach Georgetown auf der Insel Penang. Da ich allerdings noch meinen Magen auskurieren musste, habe ich die zwei Tage in Georgetown bei über 30 Grad im Bett und unter dem stetig kreisenden und rauschenden Ventilator verbracht. In dieser Zeit kam mir immer wieder der Protagonist aus "Apocalypse now" in den Sinn, der in der Anfangsszene fiebrig und betrunken bei laufendem Ventilator in seinem Hotelzimmer liegt und ächzt: "Saigon, immer noch bin ich nur in Saigon." Bei mir musste es heißen: "Georgetown, immer noch bin ich nur in Georgetown."
Aber wir kamen raus aus dem Ort und nahmen die Fähre nach Langkawi, wobei wir Kathrin davon überzeugen mussten, dass das Frühstück eigentlich zu gut war, um es während der Überfahrt von sich zu geben. Wir hatten Erfolg!
In Langkawi nutzten wir dann die Vorzüge des Reisens zu dritt und nahmen uns zusammen einen für Backpackerverhältnisse verdammt luxuriösen Strandbungalow im Westen der Insel. Danach hieß es erst mal Ausruhen am Strand, lesen, schwimmen, essen, trinken. Zum ersten Mal Pauschalurlaub. Allerdings nur für einen Tag.


Am nächsten Tag mieteten wir uns ein Auto und erkundeten die Insel. Ich hatte hier zum ersten Mal das Vergnügen links zu fahren, eigentlich kein Problem, doch manchmal brauchte es doch noch einen lauten Ruf der Mitfahrer: "Links!!" Schalten mit links ist lustig, aber am gemeinsten war das Blinken, bei dem ich immer erst die Scheibenwischer auslöste. Sicherlich von außen ein lächerliches Bild bei dem Sonnenschein, aber ich bin sicherlich zehn Mal darauf reingefallen.
Während der Fahrt zeigte sich die Insel immer wieder von einer sehr schönen Seite. Man konnte über lang gestreckte Ebenen sehen, auf denen ab und an vereinzelte Kühe oder Büffel grasten, im Hintergrund die Berge. Immer wieder musste man darauf achten, kreuzenden Kühen Vorfahrt zu gewähren. Den ersten Stop machten wir im Nordwesten, wo die längste Seilbahn der Welt steht. Diese fährt einen dann über dichten Wald hinweg in über 700Meter Höhe, von wo aus man einen tollen Blick über die Insel und das türkisfarbene Wasser hat, wenn die Sicht nicht wie in unserem Fall durch eine Wolkenwand versperrt wird.

Weiter ging es an der Nordküste zu einem verlassenen Strand, wo die Mädels kurz in die Fluten stiegen und so meinen Bildern den letzten Schliff verleihten. Ein bisschen Schleim sei an dieser Stelle gestattet. Wir aßen zu Mittag an einer Hütte unweit eines Mangrovensumpfes und fuhren dann über die Inselhauptstadt Kuah zurück zu unserem Strand. Somit war die Umrundung der Insel geschafft.

Am nächsten Tag hatte dann nur eines Sinn: Ich brauche eine Massage! Deswegen ging ich den Strand entlang zum nächsten Stand, wo ich auch gleich ein Angebot bekam. Wir handelten aber noch mindestens eine Stunde lang über den Preis. Ich wollte natürlich dass mich eine Frau massiert und meinte die Thaimassagen in der Stadt wären viel günstiger. Er versuchte mich davon zu überzeugen, dass die Thaifrauen zwar alles mögliche können, aber nicht gut massieren und dass er die beste Frau, zumal auch noch hübsch, am Start hätte. Am Ende einigten wir uns dann auf 60 Minuten Ganzkörpermassage für etwa zehn Euro. Sicherlich noch ein gutes Geschäft für ihn.
Aber es hat sich gelohnt. Eine bequeme Liege in einer Hütte am Strand. Ein Ventilator, der angenehm kühle Luft verbreitete, das Rauschen des Meeres im Hintergrund und eine Stunde lang Durchkneten. Danach fühlte ich mich, als wäre ich bereit für einen Marathon.

Am nächsten Tag musste ich mich dann wieder von Kathrin und Sigi trennen, die zurück nach Singapur fliegen wollten, wohingegen ich weiter nach Thailand wollte, das nur noch einen Steinwurf von Langkawi entfernt ist. Ich ließ die zwei nicht gern ziehen, aber ich ließ sie. Es war eine tolle Woche gemeinsames Reisen, und ich bin gespannt, ob ich noch mal so unkomplizierte und liebe Reisepartner treffen werde.

Anders als geplant hatte ich aber keine Lust gleich am selben Tag weiterzuziehen und verbrachte noch eine Nacht am Nachbarstrand, der noch einsamer und hübscher als der Erste war.


An diesem letzten abend bekam ich wieder einmal zu spüren, in was für einem herzlichen Land ich unterwegs war und was für liebenswerte Menschen die Malaien sind. Ich ging die Strandpromenade entlang auf der Suche nach ein bisschen Unterhaltung. Aus einer Beachbar ertönte Livemusik. Es war nicht viel los, aber vor dem Eingang stand eine Gruppe junger Malaien. Es brauchte nur einen Satz, um mir beste Freunde zu machen: "Hi, not many people around here, are you going in?" Sofort entgegnete der Älteste der Gruppe, Daniel, sie würden hier oft die Musik hören und sich jetzt reinsetzen. Manchmal würden sie als Zweitbesetzung für die Band spielen und ich solle mich doch bitte zu ihnen an den Tisch setzen. Innerhalb von 2 Sekunden hatte ich so Gesprächspartner und Freunde am Tisch. Es stelle sich heraus, dass Daniel auch Schlagzeug spielt. Ein anderer jüngerer Kerl wollte unbedingt Fahrzeugtechniker werden und schwärmte von einer Ausbildung in Deutschland. Ich gab ihm meine Nummer, und er versprach sich zu melden, wenn er in zwei Jahren vielleicht in Deutschland ist. Auch mit Daniel tauschte ich Nummern.
Ein Sturm zog auf und wir beschlossen heim zu gehen, bevor es richtig los legt. Wir verabschiedeten uns herrlich und als ich schon zu meiner Hütte unterwegs war, überholten sie mich mit ihrem Moped, riefen mir noch "Fraaank!" nach und winkten euphorisch. Als ich am nächsten morgen schon in der Fähre nach Thailand saß, bekam ich eine SMS von Daniel.Er schrieb, ich solle ihn auf jeden Fall wissen lassen, falls sich meine Nummer ändert und wenn ich wieder in Langkawi bin, würde er sich freuen, wenn er mich zum Essen zu sich nach Hause einladen dürfte.
Das ist Malaysia!!

Montag, 7. Mai 2007

Its Tea Time!

In den Cameron Highlands gedeihen wegen des besonderen Klimas viele Obstsorten, vor allem aber auch Tee. Die Landschaft dort ist, sofern sie nicht bewaldet ist, geprägt von ausgedehnten, hügeligen Teeplantagen.
Nach unserer Mördertour schalteten wir einen Gang zurück, und ließen uns von einem lieben indischstämmigen Taxifahrer einen vormittag durch die Teeplantagen fahren, wobei es interessante lokale Informationen gratis dazu gab. Es stellte sich zB heraus, dass die Eltern unseres Fahrers noch auf einer der großen Plantagen als Pflücker gearbeitet hatten. Heute wird dieser Job allerdings von Bangladeshis übernommen, die einen noch geringeren Lohn als Inder nehmen.
Die Maschinen, mit denen die gepflückten Teeblätter getrocknet, fermentiert und zerkleinert werden, sind immer noch die Ursprünglichen vom Anfang des letzten Jahrhunderts. Überhaupt hat man den Eindruck, dass in dieser unwegsamen Bergregion die Zeit stillzustehen scheint.
Wir genossen den Ausblick von der Terasse des Anwesens, machten ein paar Fotos, und traten dann den Heimweg mit Umweg über eine Schmetterlingsfarm an.

Abends haben die Mädels mich dann immer bei ausgedehnten Skipbo Partien hergehauen. Außerdem war mit drei Bayern am Tisch von nun an auch jeden abend für Bier gesorgt. Irgendwann stellte sich heraus dass wir nach den Cameron Highlands eigentlich die selbe Route hatten. Weil ich Kathrin und Sigi so furchtbar sympatisch fand, und sie mich auch so ein bisschen leiden konnten, zumindest aber akzeptierten, beschlossen wir, den Rest der malaiischen Westküste gemeinsam zu bereisen :-)

Dschungeltour durch die Highlands

Die Fahrt nach Tana Ratah, den Gebirgsort in den Cameron Highlands, war kein Spaß. Es wäre sicherlich ganz angenehm im klimatisierten Bus gewesen, und selbst das endlose Geschlängel bergauf durch den Dschungel ins 1500m hoch gelegene Tana Ratah wäre ein wahrer Augenschmaus gewesen. Doch ich hatte mir irgendwie in KL den Magen verdorben, und so saß ich völlig verkrampft im Bus, mit der fürchterlichen Gewissheit, dass es in dem Bus keine Toilette gab, und wünschte mir das Ziel herbei.
Tana Ratah ist ein Miniort mit einigen Restaurants, einigen Unterkünften und einigen Menschen. Auf der Suche nach einer passenden Bleibe hatte ich mit "Fathers Ghuesthouse" genau die richtige Wahl getroffen, denn das lag nicht nur recht malerisch auf einem Hügel mit BLick über den Ort, sondern dort zog ich auch neben zwei überaus reizenden Mädels aus Südbayern ein. Sigi und Kathrin sollen hier natürlich namentlich erwähnt werden! Trotz der offensichtlichen Sprachbarriere freundeten wir uns schnell an und beschlossen, die Touren durch die Highlands gemeinsam zu unternehmen. Denn die zwei brauchten natürlich einen Beschützer, und ich brauchte eine Motivation, nicht auf halber Strecke umzudrehen und weinend zurückzulaufen.
Todesmutig entschieden wir uns am nächsten Tag für den Schwierigsten der zahlreichen Gebirgspfade, die man um Tana Ratah erklimmen kann: Einen etwa 8 km langen Trek ins Nachbardorf, über die ein oder andere Bergspitze. Glücklicherweise wussten wir vorher nicht, was uns erwartet, sonst wären wir wohl nicht am Ziel angekommen. Als Auswahl sei zu nennen: Schlamm, Rutschpartien, Blutegel, Moskitos, Blessuren, unmenschliche Steigungen. Und das meiste davon habe natürlich ich abbekommen. Aber es hat einen riesen Spaß gemacht!!
Manche Anhöhen konnte man nur überwinden, weil das Wurzelwerk der Bäume als Stufen im rutschigen Erdreich verwendet werden konnte. An vielen Stellen vermutete man die Spitze des Berges, nur um hinter jeder Biegung immer wieder eines Besseren belehrt zu werden. Auch bergab war es mühselig und wir mussten uns an der schlimmsten Stelle abseilen. Wir hielten oft an, um auszuruhen, vor allem aber auch die schöne Szenerie dieses klimatisierten Urwaldes zu genießen. Es war ein prächtiges Schauspiel, wenn sich das Sonnenstrahlen über dem Blätterdach brachen und die tropische Umgebung in die verschiedensten Farben tauchte. Man hatte wirklich den Eindruck, mitten in einem unberührten Wald zu laufen. Die Wege waren teilweise kaum mehr zu erkennen und uns begegnete in den 5 Stunden nur eine verrückte Gruppe Asiaten.

Der höchste Punkt unserer Tour auf über 1800 Meter war eine weitere Entschädigung für die Strapazen. Man hatte einen schönen Blick in die Täler und konnte sich auf einer kleinen Graslichtung sonnen. Am Ende kamen wir völlig verdreckt, verstochen, und ich mit einem Blutegelbiss an der Hand und einem blauen Fleck am Arm am Zielort an. Leicht erledigt schauten wir uns noch einen budhistischen Tempel an und ließen uns dann gemütlich mit dem Taxi zurückfahren.


Hier noch ein paar Tierchen, die wir auf dem Weg gefunden haben (nein, das ist keine Murmel aus dem Souvenirshop :-)




@ Henning: Das war wahrscheinlich, was du damals als "Stein" in der Hose rumgetragen hast, oder?