
Auf unserem Weg an der Ostküste entlang kamen wir durch Ipoh, einen relativ unbekannten Ort mit jedoch sehr schönen Kolonialgebäuden und anschließend nach Georgetown auf der Insel Penang. Da ich allerdings noch meinen Magen auskurieren musste, habe ich die zwei Tage in Georgetown bei über 30 Grad im Bett und unter dem stetig kreisenden und rauschenden Ventilator verbracht. In dieser Zeit kam mir immer wieder der Protagonist aus "Apocalypse now" in den Sinn, der in der Anfangsszene fiebrig und betrunken bei laufendem Ventilator in seinem Hotelzimmer liegt und ächzt: "Saigon, immer noch bin ich nur in Saigon." Bei mir musste es heißen: "Georgetown, immer noch bin ich nur in Georgetown."


Aber wir kamen raus aus dem Ort und nahmen die Fähre nach Langkawi, wobei wir Kathrin davon überzeugen mussten, dass das Frühstück eigentlich zu gut war, um es während der Überfahrt von sich zu geben. Wir hatten Erfolg!
In Langkawi nutzten wir dann die Vorzüge des Reisens zu dritt und nahmen uns zusammen einen für Backpackerverhältnisse verdammt luxuriösen Strandbungalow im Westen der Insel. Danach hieß es erst mal Ausruhen am Strand, lesen, schwimmen, essen, trinken. Zum ersten Mal Pauschalurlaub. Allerdings nur für einen Tag.


Am nächsten Tag mieteten wir uns ein Auto und erkundeten die Insel. Ich hatte hier zum ersten Mal das Vergnügen links zu fahren, eigentlich kein Problem, doch manchmal brauchte es doch noch einen lauten Ruf der Mitfahrer: "Links!!" Schalten mit links ist lustig, aber am gemeinsten war das Blinken, bei dem ich immer erst die Scheibenwischer auslöste. Sicherlich von außen ein lächerliches Bild bei dem Sonnenschein, aber ich bin sicherlich zehn Mal darauf reingefallen.


Während der Fahrt zeigte sich die Insel immer wieder von einer sehr schönen Seite. Man konnte über lang gestreckte Ebenen sehen, auf denen ab und an vereinzelte Kühe oder Büffel grasten, im Hintergrund die Berge. Immer wieder musste man darauf achten, kreuzenden Kühen Vorfahrt zu gewähren. Den ersten Stop machten wir im Nordwesten, wo die längste Seilbahn der Welt steht. Diese fährt einen dann über dichten Wald hinweg in über 700Meter Höhe, von wo aus man einen tollen Blick über die Insel und das türkisfarbene Wasser hat, wenn die Sicht nicht wie in unserem Fall durch eine Wolkenwand versperrt wird.


Weiter ging es an der Nordküste zu einem verlassenen Strand, wo die Mädels kurz in die Fluten stiegen und so meinen Bildern den letzten Schliff verleihten. Ein bisschen Schleim sei an dieser Stelle gestattet. Wir aßen zu Mittag an einer Hütte unweit eines Mangrovensumpfes und fuhren dann über die Inselhauptstadt Kuah zurück zu unserem Strand. Somit war die Umrundung der Insel geschafft.
Am nächsten Tag hatte dann nur eines Sinn: Ich brauche eine Massage! Deswegen ging ich den Strand entlang zum nächsten Stand, wo ich auch gleich ein Angebot bekam. Wir handelten aber noch mindestens eine Stunde lang über den Preis. Ich wollte natürlich dass mich eine Frau massiert und meinte die Thaimassagen in der Stadt wären viel günstiger. Er versuchte mich davon zu überzeugen, dass die Thaifrauen zwar alles mögliche können, aber nicht gut massieren und dass er die beste Frau, zumal auch noch hübsch, am Start hätte. Am Ende einigten wir uns dann auf 60 Minuten Ganzkörpermassage für etwa zehn Euro. Sicherlich noch ein gutes Geschäft für ihn.
Aber es hat sich gelohnt. Eine bequeme Liege in einer Hütte am Strand. Ein Ventilator, der angenehm kühle Luft verbreitete, das Rauschen des Meeres im Hintergrund und eine Stunde lang Durchkneten. Danach fühlte ich mich, als wäre ich bereit für einen Marathon.
Am nächsten Tag musste ich mich dann wieder von Kathrin und Sigi trennen, die zurück nach Singapur fliegen wollten, wohingegen ich weiter nach Thailand wollte, das nur noch einen Steinwurf von Langkawi entfernt ist. Ich ließ die zwei nicht gern ziehen, aber ich ließ sie. Es war eine tolle Woche gemeinsames Reisen, und ich bin gespannt, ob ich noch mal so unkomplizierte und liebe Reisepartner treffen werde.
Anders als geplant hatte ich aber keine Lust gleich am selben Tag weiterzuziehen und verbrachte noch eine Nacht am Nachbarstrand, der noch einsamer und hübscher als der Erste war.



An diesem letzten abend bekam ich wieder einmal zu spüren, in was für einem herzlichen Land ich unterwegs war und was für liebenswerte Menschen die Malaien sind. Ich ging die Strandpromenade entlang auf der Suche nach ein bisschen Unterhaltung. Aus einer Beachbar ertönte Livemusik. Es war nicht viel los, aber vor dem Eingang stand eine Gruppe junger Malaien. Es brauchte nur einen Satz, um mir beste Freunde zu machen: "Hi, not many people around here, are you going in?" Sofort entgegnete der Älteste der Gruppe, Daniel, sie würden


hier oft die Musik hören und sich jetzt reinsetzen. Manchmal würden sie als Zweitbesetzung für die Band spielen und ich solle mich doch bitte zu ihnen an den Tisch setzen. Innerhalb von 2 Sekunden hatte ich so Gesprächspartner und Freunde am Tisch. Es stelle sich heraus, dass Daniel auch Schlagzeug spielt. Ein anderer jüngerer Kerl wollte unbedingt Fahrzeugtechniker werden und schwärmte von einer Ausbildung in Deutschland. Ich gab ihm meine Nummer, und er versprach sich zu melden, wenn er in zwei Jahren vielleicht in Deutschland ist. Auch mit Daniel tauschte ich Nummern.
Ein Sturm zog auf und wir beschlossen heim zu gehen, bevor es richtig los legt. Wir verabschiedeten uns herrlich und als ich schon zu meiner Hütte unterwegs war, überholten sie mich mit ihrem Moped, riefen mir noch "Fraaank!" nach und winkten euphorisch. Als ich am nächsten morgen schon in der Fähre nach Thailand saß, bekam ich eine SMS von Daniel.Er schrieb, ich solle ihn auf jeden Fall wissen lassen, falls sich meine Nummer ändert und wenn ich wieder in Langkawi bin, würde er sich freuen, wenn er mich zum Essen zu sich nach Hause einladen dürfte.
Das ist Malaysia!!