Montag, 7. Mai 2007

Dschungeltour durch die Highlands

Die Fahrt nach Tana Ratah, den Gebirgsort in den Cameron Highlands, war kein Spaß. Es wäre sicherlich ganz angenehm im klimatisierten Bus gewesen, und selbst das endlose Geschlängel bergauf durch den Dschungel ins 1500m hoch gelegene Tana Ratah wäre ein wahrer Augenschmaus gewesen. Doch ich hatte mir irgendwie in KL den Magen verdorben, und so saß ich völlig verkrampft im Bus, mit der fürchterlichen Gewissheit, dass es in dem Bus keine Toilette gab, und wünschte mir das Ziel herbei.
Tana Ratah ist ein Miniort mit einigen Restaurants, einigen Unterkünften und einigen Menschen. Auf der Suche nach einer passenden Bleibe hatte ich mit "Fathers Ghuesthouse" genau die richtige Wahl getroffen, denn das lag nicht nur recht malerisch auf einem Hügel mit BLick über den Ort, sondern dort zog ich auch neben zwei überaus reizenden Mädels aus Südbayern ein. Sigi und Kathrin sollen hier natürlich namentlich erwähnt werden! Trotz der offensichtlichen Sprachbarriere freundeten wir uns schnell an und beschlossen, die Touren durch die Highlands gemeinsam zu unternehmen. Denn die zwei brauchten natürlich einen Beschützer, und ich brauchte eine Motivation, nicht auf halber Strecke umzudrehen und weinend zurückzulaufen.
Todesmutig entschieden wir uns am nächsten Tag für den Schwierigsten der zahlreichen Gebirgspfade, die man um Tana Ratah erklimmen kann: Einen etwa 8 km langen Trek ins Nachbardorf, über die ein oder andere Bergspitze. Glücklicherweise wussten wir vorher nicht, was uns erwartet, sonst wären wir wohl nicht am Ziel angekommen. Als Auswahl sei zu nennen: Schlamm, Rutschpartien, Blutegel, Moskitos, Blessuren, unmenschliche Steigungen. Und das meiste davon habe natürlich ich abbekommen. Aber es hat einen riesen Spaß gemacht!!
Manche Anhöhen konnte man nur überwinden, weil das Wurzelwerk der Bäume als Stufen im rutschigen Erdreich verwendet werden konnte. An vielen Stellen vermutete man die Spitze des Berges, nur um hinter jeder Biegung immer wieder eines Besseren belehrt zu werden. Auch bergab war es mühselig und wir mussten uns an der schlimmsten Stelle abseilen. Wir hielten oft an, um auszuruhen, vor allem aber auch die schöne Szenerie dieses klimatisierten Urwaldes zu genießen. Es war ein prächtiges Schauspiel, wenn sich das Sonnenstrahlen über dem Blätterdach brachen und die tropische Umgebung in die verschiedensten Farben tauchte. Man hatte wirklich den Eindruck, mitten in einem unberührten Wald zu laufen. Die Wege waren teilweise kaum mehr zu erkennen und uns begegnete in den 5 Stunden nur eine verrückte Gruppe Asiaten.

Der höchste Punkt unserer Tour auf über 1800 Meter war eine weitere Entschädigung für die Strapazen. Man hatte einen schönen Blick in die Täler und konnte sich auf einer kleinen Graslichtung sonnen. Am Ende kamen wir völlig verdreckt, verstochen, und ich mit einem Blutegelbiss an der Hand und einem blauen Fleck am Arm am Zielort an. Leicht erledigt schauten wir uns noch einen budhistischen Tempel an und ließen uns dann gemütlich mit dem Taxi zurückfahren.


Hier noch ein paar Tierchen, die wir auf dem Weg gefunden haben (nein, das ist keine Murmel aus dem Souvenirshop :-)




@ Henning: Das war wahrscheinlich, was du damals als "Stein" in der Hose rumgetragen hast, oder?

1 Kommentar:

Phil hat gesagt…

Frank sei froh dass du nur einen Blutegelbiss an der Hand abbekommen hast!!!

Wir haben ca. 5 pro Person abbekommen und unsere Beine waren teilweise total verblutet...

Das schlimmste war aber dass wir gar nicht wussten was das für Viecher sind... so sind wir dann mehr oder weniger aus dem Dschungel rausgesprintet...

Viel Spaß noch!

Philipp