Weiter warnte er mich vor den Gafahren der Kokospalmen. Zwar konnte er sich nur an zwei Fälle erinnern, wo jemand auf der Insel von einer herabfallenden Kokosnuss getroffen wurde, doch dann besteht wirklich Lebensgefahr, zumal bei den wilden Palmen, die riesige Höhen ereichen.
Am Tag danach verließ ich dann dieses behütete Eiland. Zusammen mit zwei Franzosen aus Paris wagte ich die Rückfahrt im Allradjeep. Obwohl es kurz vorher geregnet hatte und sich an einigen Stellen der Schlamm autohoch neben uns auftürmte, war die Rückfahrt wesentlich angenehmer. Wir hatten einfach ein besserers Auto mit verschiedenen Allradübersetzungen.
Anschließend hatte die Fähre ans Festland erst mal zwei Stunden Verspätung - nichts besonderes im Inselleben - weswegen ich meinen Expressbus Richtung Kuala Lumpur verpasste. Ohne richtige Lust, in dem gottverlassenen Fischerdorf Mersing zu nächtigen, entschloss ich mich, den "local bus" in eine kleine Stadt im Landesinneren zu nehmen, von wo aus dann hoffentlich ein Anschluss nach Melaka bzw. KL zu kriegen war. Dieser local bus war eine klapprige, zusammengezimmerte Kiste, die nirgendwo in Europa hätte fahren dürfen. Und der Fahrer donnerte mit einem selbstmörderischen Tempo durch die kurvenreichen Straße, die wieder durch endlose Palmfelder führte, dass ich oft den Bus schon auf der Seite liegend im Straßengraben sah. Immer wieder waren streunende Hunde auf der Straße, die im letzten Moment einen Satz zur Seite machten. Manchmal saßen Affen am Straßenrand.
Irgendwann stieg eine Schulklasse hinzu. Und ab jetzt war ich umringt von Teenagern und die größte Attraktion im ganzen Bus, der von Touristen normalerweise nie genommen wird. In unverständlichsten Brocken Englisch versuchten die Schüler alles mögliche über mich zu erfahren und gönnten mir keinen ruhigen Blick aus dem Fenster. Bevor sie dann an ihrer Schule ausstiegen, musste ich dann zum Abschied mindestens 10 Hände schütteln und mir ebensoviele Namen merken. Das war ein echtes Erlebnis. Allein deswegen lohnen sich die Wege abseits der Touristenpfade schon.
Ich habe es dann tatsächlich noch bis Melaka auf halbem Weg nach Kuala Lumpur gschafft, wo ich in einer völlig durchgeknallten Unterkunft übernachtete...
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